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am 3. Mai 2020

Wir haben keine Zeit zu verlieren

- Achim wohnt in Währing und hat heuer maturiert. Er ist sich noch nicht ganz sicher, was er danach machen möchte – aber er macht sich keine großen Sorgen, was seine Zukunft angeht. Er hat so viele Interessen, es gibt so viele Mög­lichkeiten, im Moment hat er das Gefühl, dass ihm ganz viele Türen offenstehen.

Es ist etwas anderes, das ihm Sorgen macht. Vor zwei, drei Jahren hat er ange­fangen, Nachrichten und Blogs zu lesen, sich für Politik zu interessieren – und er hat angefangen, mit seinen FreundInnen und SchulkollegInnen zu diskutieren. Immer wieder sind sie über das Thema Klimakrise gestolpert – irgendwann wollten sie mehr wissen und fragten und fragten, bis ihre Biologie­lehrerin einen eigenen Schwer­punkt dazu machte.

Ja, und dann waren sie erst einmal alle nur erschrocken. Und dann wollten sie wis­sen, was man tun kann. Sie waren so hart­näckig, dass ihre Lehrerin letztlich sogar einen Experten organisierte, der sie Maßnahmen erarbeiten – was ist möglich? was scheint politisch machbar? – und de­ren Wirksamkeit gleich mittels Computersimulation überprü­fen hat lassen.

Was Achim und seine FreundInnen jetzt wissen: Die Klimakrise ist nicht irgend­ wann – sie passiert jetzt. Es ist eine riesengroße Heraus­forderung, und es ist zu schaffen – wenn wir so wie in der Corona­krise rasch und auf allen Ebenen handeln.

Um den Entscheidungsträ­gerInnen in Politik und Wirt­schaft die Dringlichkeit des Themas klar zu machen, war Achim bis vor Kurzem jeden Freitag auf dem Helden­platz dabei. Es tut ihm gut, nicht allein zu sein mit seinen Sorgen und seinem Ärger, dass es auf der ganzen Welt „Fridays for Future“­Jugendliche gibt, die gemeinsam gegen die Untätigkeit und Hinhalte­taktik protestieren, mit der die Entscheidungs­trägerInnen die Zukunft der Jungen aufs Spiel setzen.

Und einiges haben sie schon erreicht: Für die Europäische Union hat die neue Kommissionspräsidentin von der Leyen mittlerweile den Klimaschutz zum obersten Ziel erklärt, und in Österreich legt eine neue Bundesregierung unter grü­ner Themenführung erstmals ein ambitio­niertes Klima­programm vor. Jetzt müssen den Worten möglichst rasch Taten folgen – und Achims nächste Sorge ist, dass die Corona­krise benutzt wird, um genau das wieder in den Hintergrund zu drängen.

Für Währing ist er einfach nur froh, dass die grüne Bezirksvorsteherin Silvia Nossek dieses Thema so ernst nimmt und von ihrer ersten Minute an angefangen hat zu han­deln: Er freut sich über jeden Baum, der in der Nachbarschaft neu gepflanzt wird, über jeden Meter Radstreifen und jedes Stück Einbahn, das er mit dem Fahrrad in beide Richtungen befahren und so den ungemütlichen Hauptstraßen besser aus­weichen kann. Er freut sich über jede öffi­freundliche Ampelschaltung – hoffentlich wieder ein kleiner Grund mehr, dass mehr Menschen öfter die Bim nehmen, statt ins Auto zu steigen.

Schon als Kind ist ihm aufgefallen, dass die Straßenbäume in seinem Grätzl, in Gersthof, nicht gesund ausschauen und immer mehr von ihnen gefällt wurden. Und dass auch die nachgepflanzten Jung­bäume bei ihnen in der Alsegger Straße oft nach zwei bis drei Jahren wieder ein­gingen. Er hat dann gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester angefangen, zumindest den einen Baum vor ihrem Haus regelmäßig zu gießen – bei dem wenigen Erdreich und vielen Asphalt rundherum allerdings ein mühseliges und wenig aus­sichtsreiches Unterfangen.

Bei einer Informationsveranstaltung der neuen Bezirksvorsteherin hat er dann er­ fahren, wie dramatisch die Auswirkungen der Klimakrise mittlerweile auch direkt vor der eigenen Haustür sind. Dass es vie­len in den letzten Jahrzehnten gepflanz­ten Baumsorten mittlerweile zu heiß und zu trocken bei uns ist. Dass viele Bäume durch Asphaltieren der Grünstreifen rund­ herum – eine früher übliche Maßnahme, um mehr Autos abstellen zu können – viel zu wenig Wasser und Luft bekommen und einfach eingehen.

Weil Achim sich Gerst­hof ohne Bäume einfach nicht vorstellen mag, ist er wirklich froh, dass Silvia Nossek und ihr Team angefangen haben, Stück für Stück die Grünstreifen wiederherzustellen und den Bäumen lebensfähige Bedingun­gen zu verschaffen – auch wenn sich in der Diskussion tatsächlich einige über die „Vernichtung von Parkplätzen“ empörten. So viel Kurzsichtigkeit macht ihn wütend und auch ein bisschen ratlos – und das möchte er nicht einfach so hinnehmen.

Deswegen haben er und eine Freundin jetzt beschlossen, sich zusätzlich zu den Fridays­for­Future auch in der Bezirkspo­litik zu engagieren. Um selbst auch ganz praktisch und im eigenen Umfeld etwas gegen die Klimakrise zu tun. Und die Grü­nen im Wahlkampf zu unterstützen – damit die Arbeit für ein zukunftsfähiges Währing auch nach 2020 weitergeht.​

Mehr Investitionen für ein klimafreundliches Währing

Mit Silvia Nossek als Bezirksvorstehe­rin nimmt endlich auch Währing seine Verantwortung in der Klimakrise ernst. Mit der raschen Einführung des Parkpickerls wurde Platz frei, um überfäl­lige Maßnahmen für ein lebenswertes Währing auch in Zukunft zu setzen:

Währing ist stolz auf sein Grün. Um dieses Grün zu retten und auszubauen, haben wir angefangen, Stück für Stück Baumstandorte zu sanieren, das heißt den Bäumen wieder genug Lebensraum zur Verfügung zu stellen. Und wir haben jede Gelegenheit genutzt, zusätzliche Bäume vor allem in eher grauen Gegenden Währings zu pflan­zen – insgesamt ca. 80 Stück in den vergangenen fünf Jahren.

Mit viel Mut und Augenmaß hat Silvia Nossek mit vielen kleineren und grö­ßeren Maßnahmen klimafreundliche Mobilität im Bezirk gefördert: mehr Sicherheit fürs Zu-Fuß-Gehen und Rad-fahren durch mehr Tempo 30, bessere Sichtbeziehungen und Tempobremsen an vielen Kreuzungen, durchgängige Radverbindungen durch die Öffnung von Einbahnen, weniger Straßenbahnblockaden, öffifreundliche Ampelschaltungen und eine neue Haltestelle für den 42er beim Johann ­Ne­pomuk­ Vogl ­Platz.

Und wo immer sie kann, fördert und un­terstützt unsere Bezirksvorsteherin die LokalbetreiberInnen, die Geschäftsleute in den Einkaufsstraßen und auf den Märkten. Wenn möglichst viele WähringerInnen ihre täglichen Wege im Bezirk, zu Fuß oder mit dem Fahr­rad, erledigen können, dann schont das nicht nur das Klima, sondern stärkt auch den lokalen Zusammenhalt – und auch das macht die Lebensqualität in unserem Bezirk aus.