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am 22. Juli

Mit Tempo 30 zu mehr Lebensqualität

(Web Redaktion) - Die Ausweitung von Tempo 30 auf zentrale Straßen des Bezirks macht Währing sicherer und leiser.

In weiten Teilen Währings hat es sich seit Jahren bewährt: 30 km/h als erlaubte Maximalgeschwindigkeit bringt mehr Sicherheit und Lebensqualität. 

Ausgenommen waren bisher sogenannte Hauptstraßen wie Martinstraße oder Gentzgasse. Es ist in erster Linie entlang dieser Straßen, auf denen noch schneller gefahren werden darf, dass AnrainerInnen über Verkehrslärm klagen, sich wünschen, in heißen Sommern bei offenem Fenster schlafen zu können. Es betrifft vor allem diese Straßen, wenn Eltern sich Sorgen um ihre Kinder machen oder die Kinder selbst im Kinderparlament Anträge stellen, den Autoverkehr doch bitte einzubremsen. Und es sind vor allem diese Straßen, wo Zu-Fuß-Gehende bei Unfällen Verletzungen erleiden. 

Warum Tempo 30 sicherer ist 

Vor allem der Anhalteweg wird mit Tempo 30 wesentlich kürzer: Wo ein Auto mit 30 km/h nach einer Vollbremsung stillsteht, hat bei Tempo 50 der Bremsvorgang noch nicht einmal begonnen. Das Risiko, dass es überhaupt zu einem Unfall kommt, ist damit deutlich kleiner. 

Und wenn es doch passiert, sind die Folgen wesentlich geringer: Wird einE FußgängerIn von einem Auto mit 50 km/h getroffen, so entspricht das einem Sturz aus dem 3. Stock, bei 30 km/h einem aus dem 1. Stock. 

In der Personengruppe 60+ wird die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kollision mit einem Auto tödlich ausgeht, von 56,7% auf 2,3% verringert. 

Mit Tempo 30 nehmen Autofahrende den Straßenraum besser wahr und können mehr Rücksicht auf andere nehmen. Aus Sicht der Zu-Fuß-Gehenden wiederum gilt: Je langsamer ein Auto fährt, desto besser können vor allem Kinder und ältere Menschen einschätzen, ob sie die Straße queren können. Und auch Radfahren wird deutlich angenehmer, wenn die Autos beim Überholen langsamer unterwegs sind. 

Und dann noch der Wunsch nach dem Schlaf bei offenem Fenster: Tempo 30 statt Tempo 50 bedeutet eine durchschnittliche Lärmreduktion um 2 – 3 Dezibel, was so empfunden wird, als würden nur mehr halb so viele Autos fahren. 

Nachteile von Tempo 30? 

Entgegen hartnäckiger Mythen bedeutet Tempo 30 weder mehr Schadstoffe noch mehr Lärm. Und weil Tempo 30 gleichmäßigeres Fahren bedeutet, gibt es weniger Stau statt mehr. 

Und auch der „Fahrzeit-Nachteil“ hält sich in Grenzen: Rein rechnerisch braucht man für eine Fahrt in der Gentzgasse vom Gürtel bis zum Aumannplatz ca. 45 Sekunden länger unter der wenig realistischen Annahme, dass ohne Aufenthalt bei Ampeln und Zebrastreifen oder wegen eines ein- oder ausparkenden Autos durchgefahren werden kann. 

Wann und wo Tempo 30 neu kommt 

Gründe genug für GRÜNE und SPÖ, die Ausweitung der Tempo 30-Regelung gemeinsam zu beantragen und dann auch gegen die Stimmen von ÖVP, FPÖ und NEOS zu beschließen. 

Tempo 30 kommt neu in Martinstraße, Gymnasiumstraße, Gentzgasse zwischen Gürtel und Aumannplatz, Währinger Straße zwischen Aumannplatz und Gersthofer Straße sowie Sternwartestraße und Anastasius-Grün-Gasse. Für einen raschen öffentlichen Verkehr bleiben alle Schienenstraßen und leider auch die Hasenauerstraße im Bereich mit Busverkehr ausgenommen. Voraussichtlich im Sommer werden die nötigen Verkehrszeichen aufgestellt. ​