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am 6. August 2020

42A: SO GEHT STILLSTAND

- Die Anbindung des 42A ans Gersthofer Platzl kommt nicht. Wie eine wichtige Verbesserung des öffentlichen Verkehrs der Stillstandskoalition zum Opfer fällt.

Der 42A soll ans Gersthofer Platzl angebunden werden. Darin sind sich angeblich alle Parteien in Währing seit Jahrzehnten einig. Doch wie sich jetzt zeigt, reichen Deklarationen nicht, wenn es konkret wird. Dann braucht es nämlich den Willen, sich mit Details auseinander zu setzen, ExpertInnen ernst zu nehmen, Kompromisse zu suchen. Und zu wissen, dass es kaum Lösungen gibt, die für alle nur Vorteile haben.

In überaus konstruktiver Arbeit haben die Wiener Linien und die zuständigen Magistratsabteilungen über Monate mögliche Streckenführungen geprüft und letztendlich eine Planung vorgelegt. Für die nach allen Prüfungen einzige streckentechnisch machbare, von den Investitionskosten her finanzierbare und betriebswirtschaftlich vertretbare Streckenführung. Die Wiener Linien waren bereit, die neue Streckenführung auszuschreiben.

Zum ersten Mal nach jahrzehntelangem Gerede war die Anbindung zum Greifen nah.

Es geht hier nicht um „Peanuts“. Es geht um eine substantielle Verbesserung für die wachsende Wohnbevölkerung am Schafberg, für den zukünftigen Schulstandort in der ehemaligen Orthopädie Gersthof, für die SchülerInnen und LehrerInnen des Gymnasiums Klostergasse, das dort für mehrere Jahre sein Ausweichquartier haben wird, für die vielen WähringerInnen, die das Schafbergbad besuchen. Es geht um eine wichtige Verbesserung für das Grätzlzentrum Gersthofer Platzl. Es geht um mehr umweltfreundlichen Verkehr, es geht um die Bekämpfung der Klimakrise.

Und doch wird der 42A übers Platzl nicht kommen. Die Entscheidung trifft letztendlich die Stadt – und auf Druck der Währinger SPÖ wurde das Projekt von SP-Stadträtin Ulli Sima nun gestoppt. Die Wiener Linien schreiben wieder die alte Streckenführung aus.

Schuld daran will nun niemand sein. Wie schon beim Projekt Gersthofer Platzl werden andere Lösungen verkündet – die es nur schlicht nicht gibt:

Die ÖVP verkündet eine Strecke über Gersthofer Straße – Währinger Straße – links in die Simonygasse – Gentzgasse. Im Wissen, dass die Wiener Linien dieser Streckenführung mehrmals dezidiert und begründet eine klare Absage erteilt haben.

Die SPÖ verkündet eine Strecke über Gersthofer Straße – Währinger Straße – rechts in die Simonygasse – Kreuzgasse. Im Wissen, dass die Investitionskosten dafür jenseits einer halben Million Euro liegen und es keine Lösung für die Stationslagen gibt. Der Aufforderung, für die entgegen allen befassten ExpertInnen verkündete Machbarkeit eine konkrete Planung vorzulegen, ist die SPÖ bisher nicht nachgekommen.

Denn in Wirklichkeit geht es ja gar nicht um Lösungen. Wie in der jahrzehntelangen Diskussion ums Parkpickerl wird das wahre Programm hinter dem ganzen populistischen Getöse sichtbar: Es soll alles so bleiben, wie es ist, und so wenig Entwicklung und Veränderung geben wie in den Jahrzehnten der ÖVP-Bezirksvorstehung. Schon damals waren ÖVP und SPÖ ein gutes Gespann im einbetonierten Stillstand. Billig. Bequem. Mit wenig Arbeit verbunden. Nicht gerade das, was eine Stadt braucht, die sich für weitere Krisen rüsten muss, die uns angesichts der Klimaveränderung nicht erspart bleiben werden.

Besonders bitter ist diese Haltung aktuell fürs Gersthofer Platzl: Während die Währinger Straße aufblüht, der Schulvorplatz Schulgasse die Nachbarschaft belebt und der Johann-Nepomuk-Vogl-Platz gerade zum attraktiven Grätzlzentrum umgebaut wird, wird nun zum zweiten Mal ein fürs Platzl wichtiges Projekt blockiert.

Das ist enttäuschend und ernüchternd. Doch wir lassen uns sicher nicht entmutigen. Gute Politik braucht immer beides: Vorstellungskraft und Umsetzungskraft. Und sie braucht einen langen Atem. Den haben wir Grüne, den hat Bezirksvorsteherin Silvia Nossek. Mit Ihrer Unterstützung bei der Wahl am 11. Oktober werden wir gestärkt weiter arbeiten – für ein lebendiges und zukunftsfittes Gersthof.​​