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am 2. Dezember

Währings Bäume: Ein Wettlauf mit der Zeit

(Web Redaktion) - Grün in der Stadt tut dem Auge und der Seele gut und macht die heißen Sommer erträglich. Die Klimakrise wurde heuer im Sommer so richtig spürbar – und wenn wir Währings Lebensqualität erhalten wollen, müssen wir uns um das Grün in unserem Bezirk kümmern und es ausbauen.

Viel Platz zum Wachsen...

Wenn wir WähringerInnen gefragt werden, warum wir unseren Bezirk so mögen, steht bei den meisten Antworten ganz oben: wegen dem vielen Grün. Die großen Parkanlagen – Türkenschanzpark, Pötzleinsdorfer Schlosspark und Währinger Park – und die Alleen im Cottage-Viertel und in Gersthof machen unseren Bezirk lebens- und liebenswert. 

Diese Lebensqualität zu erhalten, ist unsere Verantwortung und mittlerweile ein Wettlauf mit der Zeit: Die trockenen und heißen Sommer setzen unseren Bäumen zu, Stürme und heftige Gewitter zerstören Bäume und machen strenge Pflegemaßnahmen und Baumschnitte notwendig. Im Nahbereich zum Wienerwald verbreitet sich wegen der fehlenden Frosttage der Borkenkäfer.

...und so wenig Platz

Die Straßenbäume kämpfen besonders: Zu den ohnehin schon erschwerten Bedingungen kommen häufig von Streusalz vergifteter Boden und schlechte Standorte. Die Baumscheiben sind zuasphaltiert und die Bäume haben oft einfach zu wenig Platz, um ausreichend Luft und Wasser zum Überleben zu bekommen. Nachgepflanzte Jungbäume schaffen es unter diesen Bedingungen kaum, sich zu etablieren, und sterben nach wenigen Jahren wieder ab. 

Gleichzeitig brauchen wir die Bäume und das Grün mit fortschreitender Klimakrise immer dringender: Besonders in der Stadt, wenn sich im Sommer Asphalt und Gebäudefassaden aufheizen, ist es vor allem das Grün, das Abhilfe schafft. Jeder Baum, jede grüne Fassade kühlen die Luft in ihrer unmittelbaren Umgebung, der Schatten eines Baumes bringt mehr Abkühlung als alle künstlichen Beschattungen, unversiegelte Flächen strahlen weniger Wärme ab und bieten bei Starkregen Versickerungsmöglichkeit.​

Der Bezirk trägt dieser Herausforderung durch eine Vielzahl von Maßnahmen Rechnung: Wo immer möglich werden neue Bäume gepflanzt – zum Beispiel in der Währinger Straße mit dem Wasserleitungstausch oder in der Gersthofer Straße im Zuge des Radwegbaus. Weitere Baumpflanzungen in der Gymnasiumstraße und in der Händelgasse sind in Planung. ​

Neue Bäume in der Währinger Straße

In der Kreuzgasse wurden diesen Herbst zwischen Klostergasse und Lacknergasse die Voraussetzungen für Pflanzbeete und eine Fassadenbegrünung geschaffen, die nächstes Frühjahr gepflanzt werden. Die Fassade der Volksschule Köhlergasse wurde begrünt, und auch in der Gentzgasse auf Höhe Cottagegasse kommt nächstes Jahr eine grüne Fassade dazu. 

Und dort, wo es schon jetzt viel Grün gibt, werden Stück für Stück die schlechten Baumstandorte saniert: Nach der Weimarer Straße und der Gymnasiumstraße war es im Vorjahr vor allem die Alsegger Straße zwischen Scheidlstraße und Thimiggasse, wo die Grünstreifen entsiegelt bzw. verbreitert wurden. Im heurigen Herbst wurde der Abschnitt Thimiggasse bis Wallrißstraße so saniert, dass die alten Bäume vielleicht noch einige Zeit überleben können und vor allem nachzupflanzende Jungbäume genug Platz sowie Luft und Wasser haben, um sich zu etablieren. 

Wir erfreuen uns heute an den Bäumen, die andere vor 70 bis 100 Jahren gepflanzt haben. Und es liegt an uns, ob auch unsere Kinder und Enkelkinder das Grün in Währing vorfinden werden, das es braucht, um hier gut zu leben. ​