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am 3. Mai 2020

Mehr Sicherheit für Kinder, mehr Platz für alle

- 2006 war Ursula sehr frus­triert. Gerade war die Garage unter dem Schubertpark gebaut worden, der halbe Park zerstört und viele große Bäume vernichtet. Ursula hatte ge­hofft, dass die Baustelle zumindest ge­nutzt würde, um in der Umgebung einiges zu verbessern.

Zum Beispiel die Kreuzung der Schulgasse mit der Teschnergasse oder der Bereich vor der Volksschule in der Schulgasse. Immerhin gab es ja jetzt viele Parkplätze in der Garage, und damit hätte man an der Oberfläche schon eini­ges machen können.

Ursula hatte damals zwei Kinder in die­ser Volksschule, ein sicherer Schulweg für die beiden war ihr deshalb ein großes An­liegen. Passiert ist dann allerdings nichts. Auch eine Unterschriftenaktion der Eltern konnte nichts bewegen. Einige Jahre später ist Ursula dann weggezogen. Vor einigen Monaten kam sie dann zufällig wieder einmal in die Ge­ gend – und war total überrascht.

Alles was sie sich damals erträumte und wofür sie damals gekämpft hat, war auf einmal Wirklichkeit geworden: Es gibt jetzt einen Schulvorplatz ohne Autoverkehr, die Kreuzung mit der Teschnergasse ist aufge­doppelt, und auch das Radfahren ist viel sicherer geworden. Und zusätzlich haben die Kinder im Park mehr Platz zum Spielen bekommen.

Ganz begeistert hat sie ihre Freundin Hanni, die noch dort wohnt, angerufen – und die hat ihr dann erzählt, wie das al­les gekommen ist: Bei der Wahl 2015 haben die Grünen erstmals die Mehrheit in Währing bekommen, und Silvia Nossek ist Bezirksvorsteherin geworden. Und hat als eine der ersten Maßnahmen endlich das Parkpickerl eingeführt. Damit gab es wie­ der mehr Platz auf den Straßen.

Gleichzeitig haben die Eltern der Schule einen neuen Vorstoß für eine Verkehrsbe­ruhigung vor der Schule unternommen. Und nach vielen Jahrzehnten vergeblicher Versuche wurden sie jetzt erhört. Bezirksvor­steherin Nossek startete gemeinsam mit einem Planungsbüro einen partizipativen Planungsprozess für mehr Verkehrssicher­heit vor der Schule.

Über ein Jahr dauerte der Prozess. Es wurden die Kinder zu ihren Ideen befragt, die LehrerInnen der Schule, und auch Hanni als Bewohnerin der Nachbarschaft und die Betreiber des Eisgeschäfts konn­ten sich einbringen. Als dann die ersten groben Vorschläge am Tisch lagen, war Hanni sehr begeistert. Nie hätte sie sich gedacht, dass man sich überhaupt trauen würde, den Straßenbereich vor der Schule autofrei zu gestalten. Und doch sah einer der Vorschläge genau das vor.

Ja, es gab auch Gegenstimmen gegen jede Veränderung. Die hitzigen Diskussi­onen sowohl beim Ausprobieren der Pla­nungsvorschläge direkt vor Ort als auch bei der Informationsveranstaltung im Amtshaus sind Hanni noch in reger Erin­nerung. Und kurz sah es so aus, als würde das Projekt scheitern.

Doch Bezirksvorsteherin Silvia Nossek ließ sich nicht beirren. Immer wieder verengte sich die Diskussion auf die Ein­schränkungen des Autoverkehrs – und immer wieder brachte sie die Interessen der Kinder, der Eltern, der Schule, der vielen Benutze­rInnen des Schubertparks ein. Letztendlich wurde eine Kom­promissvariante ausgehandelt: Der unmittelbare Bereich vor der Schule wurde tatsächlich auto­ frei gestaltet, die andere Hälfte des Blocks blieb mit einigen Parkplätzen und als Sackgasse befahrbar.

Im Sommer vor zwei Jahren wurde das Projekt dann um­ gesetzt. Hanni erzählt, wie viel Freude es macht, in der Früh vor Schulbeginn oder am Nachmit­tag beim Abholen zu sehen, wie die Kin­der den gewonnenen Platz nutzen. Wie am Wochenende dort Radfahren geübt wird, mit Kreide Hüpfspiele aufgemalt werden, wie Eltern mit ihren Kindern die Balancierbalken und die Podeste im an­ grenzenden Park nutzen. Wie sie selbst am Heimweg gerne noch auf einer der Bänke sitzen bleibt, um ein Telefonat zu erledigen und gleichzeitig die Sonne zu genießen.

Von der Direktorin der Volksschule hat sie erfahren, dass der Platz nun ein ganz neues Klima in der Schule schafft: Eltern, die ihre Kinder abholen, plaudern plötzlich miteinander, die Kinder und LehrerInnen freuen sich über die Bewegungsmöglich­keiten in den Pausen, und auch die Frei­luftklasse im Park wird gut genutzt. Und dass die Schule gemeinsam mit Pfadfin­dern und AnrainerInnen den neuen Gemeinschaftsgarten im Park betreibt, hat den Kontakt mit der Nachbarschaft ent­scheidend verbessert.

Die Eltern sind jetzt sehr zufrieden und die SchülerInnen auch. Und auch die Po­lizei freut sich, denn es gibt jetzt an die­ser Stelle keine Beschwerden mehr wegen unsicheren Schulwegen und zu schnell fahrenden Autos. Und das spart ihnen eine Menge Arbeit.

Ursula gefällt das alles sehr. Und ob­ wohl sie in ihrer jetzigen Wohnung sehr zufrieden ist, überlegt sie, ob sie – wenn die Kinder ausgezogen sind – vielleicht doch zurück nach Währing ziehen will. Auf jeden Fall wünscht sie sich für ihren ehe­maligen Heimatbezirk, dass Silvia Nossek und ihr Team weiterhin für den Bezirk ver­antwortlich sind. Denn das tut Währing offensichtlich gut.
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Mehr Schulwegsicherheit

Viele Anregungen für mehr Schul­wegsicherheit kommen aus dem Kin­derparlament. Den Schulweg allein oder mit FreundInnen zurücklegen zu können, ist den Kindern wichtig. Und auch für ihre Entwicklung ist das von großer Bedeutung: Kinder, die zu Fuß in die Schule gehen, können sich besser konzentrieren und nehmen ihre Umgebung besser und vielfältiger wahr. Damit Eltern das guten Gewissens erlauben können, braucht es sichere Schulwege. Und deswegen ist den Währinger Grünen und Bezirksvorsteherin Silvia Nossek Schulwegsicherheit auch ein so gro­ßes Anliegen.

Rund um den Ebner­Eschenbach­ Park und den Schubertpark sind täglich ca. 2.000 Kinder und Ju­gendliche unterwegs. Zusätzlich zur autofreien Gestaltung des Schul­vorplatzes in der Schulgasse wurde daher die gesamte Schulgasse zwischen Lacknergasse und Mar­tinstraße schulwegsicher und – als Hauptradroute – auch fahrradfreund­lich gestaltet.

Aber auch in anderen Grätzln wurde einiges verbessert: die Kreuzungsbe­reiche Ferrogasse – Alsegger Straße und Bastiengasse – Alsegger Straße bei der Volksschule Bischof­-Faber­-Platz, die Fahrbahnaufdopplung bei der Hans­-Radl­-Schule in der Währin­ ger Straße, die Schulwegkreuzung Währinger Straße – Weimarer Straße, der Fahrbahnteiler Kreuzung Weit­lofgasse – Sternwartestraße, neue Schutzwege rund um die Luther­schule in der Schumanngasse usw. usw. Währing hat viele Schulen – und es gibt noch immer genug zu tun.​