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am 3. Mai 2020

Die Währinger Straße hat jetzt ein Gesicht

(Web Redaktion) - Doris war eine der ersten, die spitze Ohren bekam, als sie hörte, dass die Währinger Straße aufgegraben werden sollte – und das vom Gürtel bis zum Au­mannplatz.

„Was wird aus meinem Ge­schäft, was wird aus der Straße“ waren ihre ersten Gedanken. Und sie war klarer Weise dabei, als die Geschäftsleute über die Planung informiert wurden. Der An­ drang war groß, viele Fragen und auch jede Menge kritische Stimmen.​

Auch Doris war anfangs kritisch: Dass die Wasserrohre getauscht werden muss­ten, leuchtete ihr ein. Aber allein das be­deutete jedenfalls Baustelle für mehrere Monate, Lärm und Staub, drohende Um­satzeinbrüche. Warum dann noch mehr machen und die Geschäftsstraße über Ge­bühr belasten?

Sie ließ sich die Pläne genau erklären. Und je mehr sie den Diskussionen folgte, umso überzeugter war sie von dem Pro­jekt: Dass man über Wasserleitungen nicht so ohne weiteres Bäume pflanzen kann, war ihr nicht bewusst gewesen. Und dass ein Leitungstausch deshalb eine Jahrhun­dertchance war: So konnten die neuen Leitungen gleich mit entsprechendem Wurzelschutz versehen und dann ohne großen Aufwand Bäume gepflanzt wer­den. Das war doch wichtig, dass diese Ge­legenheit genutzt wurde!

Auch die Idee, den Gehsteig bei den Querstraßen auf einer Höhe durchzuzie­hen, gefiel ihr sehr – hatte sie doch schon oft beobachtet, wie unangenehm es für die PassantInnen war, wenn die Autos aus der Währinger Straße zu schnell um die Kurve bogen, ohne sich um Zu-Fuß-­Gehende zu kümmern. Erst vor kurzem war ein älterer Mann ganz erschreckt bei ihr im  Geschäft gelandet, weil er fast niedergefahren wor­ den wäre.

Trotz allem würde aber die Baustelle eine große Belastung sein. Immerhin ver­ mittelten die Bezirksvorsteherin und die Bauverantwortlichen bei der Veranstal­tung, dass ihnen das bewusst sei und sie versuchen würden, die Beeinträchtigun­gen so gering wie mög­lich zu halten. Dass Silvia Nossek sich hartnäckig für eine möglichst kurze Bauzeit eingesetzt hatte, rechnete Doris ihr hoch an.

Und auch, dass sie in zähen Verhandlungen erreicht hatte, dass Bewoh­nerInnen wie Geschäfte die ganze Zeit über öffent­lich angebunden waren. Erst im Nachhinein, als die Baustelle schon in vollem Gange war, hatte Doris erfahren, dass die Wiener Linien die Straßenbahn während der Bauzeit ge­samt über die Kreuzgasse umleiten wollten – ohne Ersatzverkehr. Und konnte einfach nur den Kopf schütteln. Gleichzei­tig fand sie es aber auch irgendwie beruhi­gend, dass da an der Bezirksspitze jemand ist, der offensichtlich mit viel Energie  die Interessen der BewohnerInnen, der Ge­schäftsleute, des Bezirks vertritt.

Die Baustelle verlief erstaunlich rei­bungslos, die Arbeiten waren sogar früher fertig als geplant. Und einige Wochen spä­ter, als es nicht mehr ganz so heiß war, sind dann die Bäume gekommen. Doris war selbst überrascht, wie sehr sie sich freute, als der Pritschenwagen mit den Jungbäu­men von Baumscheibe zu Baumscheibe fuhr und jeder von ihnen sein neues Zu­hause bezog. Es machte etwas mit „ihrer“ Währinger Straße – so viel lebendiger und so viel schöner fühlte sie sich plötzlich an.

Ja, lustig war die Baustelle nicht für die Geschäftsleute – und je nach Bran­che und Lage gab es schon manche, die wirklich Umsatzeinbußen hinnehmen mussten. Doch insgesamt haben sie es gut überstanden, und die große Aufregung mancher vor dem Umbau, den fast herbei­geschworenen Weltuntergang, kann Do­ris jetzt im Nachhinein noch viel weniger nachvollziehen.

Heute sind viele der Verbesserungen für Doris wie auch für ihre KundInnen fast selbst­ verständlich geworden. Sie freut sich, wie gut die neuen Sitzmöbel genutzt werden – und wird nicht müde zu erklären, dass die „coolen“ grünen Bänke den Jugendlichen Freude machen, und es für die Älteren ja ohnehin auch viele neue Bänke und Sessel mit Rücken­ und Armlehnen gibt.

Sie kann sich die Ampelanlage bei der Martinstraße gar nicht mehr ohne Fuß­gängerampeln vorstellen – und doch ist es noch nicht einmal zwei Jahre her, dass sie ihren Sohn dort nicht alleine in die Schule gehen lassen wollte, weil er sich mit der alten Ampel einfach nicht ausgekannt hat. Und hin und wieder, wenn sie beim Amtshaus aus der Straßenbahn aussteigt und ihr jemand mit Kinderwagen oder Einkaufstrolly entgegen kommt, fällt ihr ein, wie eng es hier früher war.

Auch der Platz vor dem Amtshaus ge­fällt ihr jetzt viel besser – und sie freut sich schon auf die Zeit, wenn dort wieder Hochzeitspaare feiern.

Doris mag den Weitblick, mit dem Sil­via Nossek die Währinger Straße ein Stück weit fit für die Zukunft gemacht hat. Und dass sie sich nicht von jenen bremsen hat lassen, denen Veränderungen oft zu schnell gehen. Mittlerweile, so findet sie, sind die Ängste der meisten Geschäfts­leute deutlich gesunken. Viele wünschen sich eine weitere Periode mit den Grünen in der Bezirksvorstehung. Und Doris ist eine davon.​

Mehr Währinger Straße
In der Währinger Straße zwischen Gürtel und Aumannplatz wurden im Sommer 2018 die Wasserleitungen ge­ tauscht. Dieser Tausch war notwendig, weil die alten Rohre aus den 1930er bzw. 1960er­Jahren altersschwach gewor­ den waren, mit dem hohen Risiko von „spontanen Rohrbrüchen“. Im Sinne von Effizienz und Synergien nutzte die grüne Bezirksvorstehung diese Groß­baustelle, um in ihrem Zuge längst fällige und sinnvolle Maßnahmen für die Zukunft zu setzen – für mehr Sicherheit und Komfort beim Zu­-Fuß­-Gehen, für Aufenthaltsqualität und Klimaschutz:

Niveaugleiche Querungen für den Fuß­verkehr und dadurch mehr Si­cherheit bei einbiegenden Autos.

Wesentlich mehr Platz fürs Zu­-Fuß­-Gehen rund um die Kreuzung Martinstraße und die längst fällige Modernisierung der Ampelanlage inklusive neue Fußgängerampeln.

Eine zeitgemäße und attraktive Gestaltung vor dem Bezirksamt mit Sitzgelegenheiten und Stehtischen für Hochzeitsgesellschaften.

Eine deutliche Verbesserung für  die „Schulweg-Kreuzung“ Weimarer Straße (Schulweg zur Volksschule Schulgasse und Gymnasium Scho­penhauerstraße in die eine Richtung, zur Volksschule Cottagegasse und Gymnasium Haizingergasse in die andere)

Insgesamt 14 neue Bäume und Grünflächen sowie viele zusätzliche Sitzgelegenheiten

Es war dem hartnäckigen Einsatz von Bezirksvorsteherin Silvia Nossek zu ver­ danken, dass die Baustelle für die Ge­schäftsleute so friktionsfrei wie möglich abgewickelt wurde, die Bauzeit um eini­ges kürzer war als ursprünglich geplant und dass es einen Bus­-Ersatzverkehr für die umgeleitete Straßenbahn gab.​​