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am 12. August

Die neue Währinger Straße

(Web Redaktion) - Im Sommer bekommt die Währinger Straße eine neue Wasserleitung. Und danach ist sie noch attraktiver zum Einkaufen und Flanieren.

Wir WähringerInnen gehen gerne auf der Währinger Straße einkaufen. Ihr Geschäftemix, nach wie vor mit vielen EinzelhändlerInnen, hat‘s uns angetan – finden wir doch nahezu alles, was wir im Alltag brauchen: von der Apotheke bis zum Blumengeschäft, von der Putzerei bis zur Eisenwarenhandlung, vom Kurzwarengeschäft bis zur Buchhandlung.

Eine Einkaufsstraße wie die Währinger Straße lebt vom Engagement ihrer Geschäftsleute und von der Treue ihrer KundInnen. Und sie lebt von einer funktionierenden Infrastruktur: Strom und Gas, Wasserleitung und Kanal, öffentlicher Verkehr.

Wie alles gekommen ist

Schon im Vorjahr hatte der Bezirk geplant, die Währinger Straße im unteren Teil zwischen Gürtel und Kutschkergasse fürs Zu-Fuß-Gehen sicherer und attraktiver zu machen. Denn bei aller Liebe zu ihr: Sie ist stellenweise schon auch etwas unwirtlich, unsere Währinger Straße. Schmale Gehsteige, kaum Sitzgelegenheiten zum kurzen Ausrasten, und bei den Querstraßen immer wieder unangenehme Situationen mit einbiegenden Autos. Höchste Zeit also, etwas fürs Zu-Fuß-Gehen zu tun – sind doch auf einer Einkaufsstraße alle, egal mit welchem Verkehrsmittel sie kommen, letztlich auch zu Fuß unterwegs.

Wie bei jedem Straßenbauprojekt wurde in der Folge geprüft, ob im Projektbereich noch andere Maßnahmen anstehen, um die Bautätigkeiten sinnvoll und kostensparend zu koordinieren. In unserem Fall meldete sich sofort die Magistratsabteilung 31 – Wiener Wasser: Die Währinger Straße stünde ganz oben auf ihrer Liste, was anstehende Leitungserneuerungen angeht. Und zwar nicht nur der Bereich bis zur Kutschkergasse, sondern der gesamte Bereich Gürtel bis Aumannplatz und ein Abschnitt Richtung Köhlergasse.

Damit war klar, dass die Baustelle auf 2018 verschoben werden musste – und dass nun wiederum der Bezirk gefordert war, auch für den oberen Bereich sinnvolle und teilweise schon lange anstehende Maßnahmen in das Vorhaben zu integrieren.

Warum die Wasserleitung getauscht wird

Der Wasserleitungstausch ist notwendig, weil die alten Rohre aus den 1930er bzw. 1960er-Jahren mittlerweile altersschwach geworden sind (v.a. jene aus den1960er-Jahren aufgrund des damals verwendeten spröden Materials). Das Risiko von „spontanen Rohrbrüchen“ ist groß – wie sich allein heuer schon zwei Mal gezeigt hat.

Deswegen ist die Stadt Wien seit mehreren Jahren dabei, alte Leitungen insbesondere auf Hauptstraßen sukzessive zu erneuern – wie beispielsweise die letzten Jahre in unterschiedlichen Gürtel-Abschnitten. Und nun ist eben die Währinger Straße dran.

Wie die Baustelle abläuft

Die Wasserleitung liegt unter der stadteinwärts gesehen rechten Parkspur. Dort wird für den Leitungstausch aufgegraben. Für die Abwicklung der Baustelle muss außerdem die Fahrspur stadteinwärts gesperrt, und damit Auto-, Rad- und öffentlicher Verkehr stadteinwärts anders geführt werden.

Im Wissen um die Situation der Geschäftsleute war es Bezirksvorsteherin Silvia Nossek von Anfang an das wichtigste Anliegen, dass die Baustelle so schonend und effizient wie möglich abgewickelt wird. In vielen Besprechungen mit den involvierten Dienststellen und den Wiener Linien ist es ihrer Hartnäckigkeit und dem Engagement aller Beteiligten zu verdanken, dass es einen Bus-Ersatzverkehr für die umgeleitete Straßenbahn gibt und dass die Bauzeit nun um einiges kürzer ist als ursprünglich geplant.

Erstmals bei einer solchen Baustelle gab es eine eigene Informationsveranstaltung für die Geschäftsleute, bei der viele offene Fragen rund um die Baustelle geklärt werden konnten und auch einige Anregungen der Geschäftsleute in Planung wie Baustellenorganisation mitgenommen wurden.

Die Baustelle in der Währinger Straße dauert von 22.5. bis 31.8., die stadteinwärtige Sperre von Straßenbahn und Individualverkehr von 22.5. bis 12.8.

Wie die Währinger Straße ausschauen wird

Eine solche Baustelle ist für eine Einkaufsstraße wie die Währinger Straße immer eine Belastung. Und sie ist gleichzeitig eine Chance: Solche Baustellen können organisatorisch und kostentechnisch genutzt werden, wichtige und zukunftsfähige Gestaltungsmaßnahmen zu setzen. Und im Gegensatz zur Vergangenheit passiert das dieses Mal – getragen auch von breiter Zustimmung in der Bezirksvertretung. GRÜNE, SPÖ und NEOS haben die Maßnahmen gemeinsam beschlossen, teilweise auch mit Zustimmung der FPÖ. Nur die ÖVP blieb bei ihrer durchgängigen Ablehnung.

Was im Einzelnen geplant ist:

  • durchgezogene Gehsteige bei einmündenden Querstraßen (d.h.die Fahrbahn wird auf Gehsteigsniveau angehoben), Gehsteigvorziehungen für bessere Sichtbeziehungen und breitere Gehsteige überall dort, wo es keine Parkplätze einschränkt

  • nach der schon verkürzten Ampel-Wartezeit beim Fußgänger-Übergang Kutschkergasse eine weitere Verbesserung durch Verbreiterung des Zebrastreifens

  • wesentlich mehr Platz fürs Zu-Fuß-Gehen rund um die Kreuzung Martinstraße und die längst fällige Modernisierung der Ampelanlage inklusive neuer Fußgängerampeln

  • eine attraktivere Gestaltung des Bereichs vor dem Amtshaus

  • eine deutliche Verbesserung für die „Schulweg-Kreuzung“ Weimarer Straße (Schulweg zur Volksschule Schulgasse und Gymnasium Schopenhauerstraße in die eine Richtung, zur Volksschule Cottagegasse und Gymnasium Haizingergasse in die andere)

Dazu kommt die Jahrhundertchance, mit dem Tausch der Wasserleitung Bäume zu pflanzen. Beim Verlegen der neuen Leitung kann die wegen der Baumwurzeln notwendige Schutzverrohrung kostengünstig mitverlegt werden. Diese bei verlegter Wasserleitung im Nachhinein einzubauen, würde das Vielfache kosten und wäre für 14 Bäume, wie sie jetzt gepflanzt werden, nahezu unleistbar.

Das Zu-Fuß-Unterwegs-Sein, das Flanieren von einem Geschäft zum anderen, der Weg von der Straßenbahnstation oder vom abgestellten Auto zum Geschäft, das Auslagen-Schauen, das Zwischendurch-Ausrasten-Können – all das ist essentiell für die Qualität einer Einkaufsstraße. Und all das wird mit der neuen Währinger Straße um einiges attraktiver, bequemer und sicherer.

Und entgegen vielen Gerüchten: Die Verkehrsorganisation wird nach der Baustelle genau so sein wie vorher.

Manche hätten sich mehr gewünscht: größere Bereiche mit breiten Gehsteigen, Verkehrsberuhigung, eventuell autofreie Zonen. Anderen gehen schon die jetzigen Maßnahmen zu weit. Und wie immer ist es ein Balanceakt, mit Mut und Augenmaß Schritte zu setzen, die unseren Bezirk für die Zukunft lebens- und liebenswert erhalten und gleichzeitig breite Akzeptanz finden.

Wir meinen, die Übung ist gelungen. Was sagen Sie?