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am 30. Juni 2020

Das Kreuzgassenviertel gemeinsam gestalten

- Das Kreuzgassenviertel hat Charme und Potenzial. Es ist eines der bunteren Viertel Währings – definitiv eine der spannenderen Ecken in unserem Bezirk.

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner des Kreuzgassenviertels,

unser Viertel hatte viele Jahre nicht den besten Ruf: Dicht verbaut, kaum öffentliches Grün, kein historisch gewachsenes Selbstbewusstsein als ehemaliger Vorort. Und auch von der Bezirkspolitik, von meinen Vorgängern in der Bezirksvorstehung, wurde die Gegend lange Zeit stiefväterlich behandelt.

Doch Sie, die Sie wie ich hier wohnen, wissen: Das Kreuzgassenviertel hat Charme und Potenzial. Es ist eines der bunteren Viertel Währings, es gibt die sogenannten Alteingesessenen ebenso wie junge Paare mit Kindern, migrantische Familien ebenso wie viele Studierende, die sich hier noch am ehesten die Wohnungen leisten können. Gründerzeit Bausubstanz, Gewerbe in den Innenhöfen und auch in manchen Straßenlokalen, eine der größten Schuldichten Europas – definitiv eine der spannenderen Ecken in unserem Bezirk.

Vom Tag meiner Amtsübernahme an war klar: Das Kreuzgassenviertel verdient besondere Aufmerksamkeit, und die bekommt es auch. Heute freut es mich sehr, dass wohl nirgends sonst im Bezirk die Aufbruchsstimmung unserer ersten 5 Jahre als Bezirksvorstehung so spürbar ist wie hier. Schon der Start war vielversprechend: Vielleicht erinnern Sie sich noch an den „KIOSK“ – ein leer stehender Marktstand am Johann-Nepomuk-Vogl-Platz, den wir 2016 für vier Wochen zur Anlaufstelle für interessierte Menschen aus der Nachbarschaft machten. Wir hatten keine Ahnung, ob sich jemand angesprochen fühlen würde, die MitarbeiterInnen der Gebietsbetreuung warnten uns, dass solche Prozesse mühsam sein können und wir nicht zu viel erwarten sollten.

Und dann waren wir alle überrascht: ob Ihres hohen Interesses, der vielen Vorschläge und Wünsche und ganz allgemein der hohen Identifikation mit dem Grätzl. Innerhalb kurzer Zeit waren über 300 Ideen zur Verbesserung des Viertels gesammelt.

Die mit Abstand meisten Anregungen und Wünsche hatten Sie zum Platz selbst – mit einer nicht zu überhörenden Botschaft: Dieses Grätzl will endlich ein attraktives Zentrum – und der Vogl-Platz kann das.

Wir krempelten die Ärmel hoch. Gemeinsam mit den engagierten MarktstandlerInnen, Gebietsbetreuung und Marktamt organisierten wir Aktionen wie das „Marktkino“, die Pflanzentauschbörse, das Public Viewing bei der Fußball-WM 2018 – und es war eine Freude zu erleben, wie lebendig der Platz plötzlich war.

Parallel dazu begannen die Planungen für die längst fällige Neugestaltung. Neben den Selbstverständlichkeiten – niemand versteht heute mehr, warum die WC-Anlage vor ca. 15 Jahren mitten auf den Platz gesetzt wurde – galt es, möglichst viele Ideen einzubeziehen und die so vielfältige Nutzung auch in Zukunft zu ermöglichen.

Eine Schlüsselfrage war die Finanzierung – und ich bin wirklich froh, dass wir Förderungen durch die EU und durch die Stadt erreichen konnten und die Neugestaltung damit erst möglich wurde. Und auch, dass ich die Wiener Linien von der Idee einer zusätzlichen 42er-Haltestelle am Platz überzeugen konnte, freut mich sehr.

Gleichzeitig mit dem Start der Baustelle ist die Corona-Krise ausgebrochen – und es ist noch einmal spürbarer geworden, wie sehr die Umgebung ihren Vogl-Platz, die MarktstandlerInnen, die Nahversorgung rundherum schätzt. Und so ist es nicht nur der Baufortschritt, über den ich mich bei jedem Baustellenbesuch freue. Es ist auch das Gefühl, dass übers Bauliche hinaus hier gerade ein attraktives und innovatives Grätzlzentrum für unser Kreuzgassenviertel entsteht.

Am 05. September eröffnen wir den neu gestalteten Platz mit einem großen Fest – und ich freue mich sehr, wenn wir uns dort vielleicht persönlich kennen lernen.

Das zweite große Thema Ihrer Rückmeldungen im „KIOSK“ war: mehr Grün. Gut nachvollziehbar – denn tatsächlich hat das Kreuzgassenviertel im Vergleich mit anderen Teilen Währings eher wenig davon. Und auch hier haben wir einiges geschafft: neue Bäume in der Händelgasse, in der Theresiengasse, in der Weimarer Straße. Und diesen Herbst folgen weitere in der Teschnergasse rund um den Vogl-Platz und in der Schumanngasse.

Mit jedem neu gepflanzten Baum bekommen wir Mails mit Wünschen und Ideen für weitere  Baumstandorte, mit jedem neu gepflanzten Baum und jedem Mail wächst meine Motivation, damit weiter zu machen und noch viele Bäume im Kreuzgassenviertel zu ermöglichen.

Was mir außerdem ein Herzensanliegen ist, gerade weil es so viele Schulen bei uns im Viertel gibt: Kinder und Jugendliche haben das Recht auf einen selbstständigen und sicheren Schulweg – zu Fuß, mit Roller oder Fahrrad. Nicht von ungefähr kommen diesbezüglich immer wieder Anträge im Kinder-und Jugendparlament – einige davon finden Sie in diesem Plan​. Und dieses Mehr an Verkehrssicherheit hilft nicht nur den Jüngeren: Auch für uns Erwachsene, egal welchen Alters, ist es angenehmer, wenn wir attraktiv und sicher zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sein können.

Und es gibt noch etwas, was die Aufbruchsstimmung hier im Kreuzgassenviertel ausmacht: Aus der immer schon guten Nachbarschaft sind in den letzten Jahren immer mehr Initiativen entstanden:
Aus der Agenda Währing, dem großen Beteiligungsprojekt des Bezirks hat sich das größte Bildungsgrätzl Wiens gegründet (rund um den Ebner-Eschenbach-Park kooperieren insgesamt 13 Schulen, Kindergärten und Jugendeinrichtungen) und wird die Grätzloase Pusteblume in der Theresiengasse betrieben.

Aus dem partizipativen Planungsprozess zum Schulvorplatz Schulgasse ist der Gemeinschaftsgarten Beethafen im Schubertpark entstanden, das Jugendparlament hat ein Gemeinschaftsbeet der Schulen am Ebner-Eschenbach-Park initiiert, und als 2019 die „Wanderbaum-Allee“ Station in der Antonigasse machte, waren es engagierte AnrainerInnen, die das Gießen übernommen haben.

Dieses Miteinander möchte ich gerne weiterhin unterstützen. Es warten in den nächsten Jahren große Herausforderungen auf uns, wie die Planung im Umfeld der U5-Station Michelbeuern und die Zusammenarbeit mit der Caritas, wenn sie ihr Projekt am Grund des ehemaligen Haus der Barmherzigkeit in Angriff nimmt. Und auch die vielen kleinen: Ob neue Bäume, sichere Schulwege, Sicherung der Nahversorgung – es gibt weiterhin viel zu tun.

Ich habe große Lust, mit Ihnen gemeinsam weiter an der Entwicklung unseres Kreuzgassenviertels zu arbeiten. Und ich freue mich sehr, wenn Sie mich bei der Wahl am 11. Oktober dabei unterstützen.

Ihre Silvia Nossek​