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am 3. Mai 2020

Beim Reden kommen d’Leut’ z’amm

- Luisa und Alex leben seit zehn Jahren in Währing. Sie sind herge­zogen, weil sie die gute Lage schätzen, schnell in der Stadt und schnell im Grünen.

In den ersten Jahren haben sie dann festgestellt, dass so einiges im Bezirk gemacht werden sollte, damit Alte und Junge, Fußgänge­ rInnen und RadfahrerIn­nen mehr Platz haben, damit es auch in grauen Gegenden mehr Grün gibt und die Grätzl le­bendiger werden. ​Ideen haben sie viele gehabt, mit ihren NachbarInnen und FreundInnen darüber geredet, dabei ist es aber dann auch geblieben.

So waren beide begeistert, wie die erste Veranstaltung zur Lokalen Agenda in Währing am Kutschkermarkt stattge­funden hat, sie andere Menschen kennen lernten, die auch viele Ideen hatten und selbst tätig werden wollten. Und plötzlich ging alles ganz einfach. Bald hatten sich ein paar WähringerInnen zusammenge­funden, die sich gemeinsam für ein grü­neres Währing engagieren wollten. Sie haben ihre Überlegungen gesammelt und sich dann auf einen Schwerpunkt geeinigt. Mit Unterstützung des Agenda-­Teams sind sie schnell ins Arbeiten gekommen, haben wichtige Inputs erhalten und Kontakte zu Fachleuten der Stadt.

Besonders interes­sant war dabei zu erfahren, was alles an Hintergrundarbeit notwendig ist, bis so ein Projekt verwirklicht werden kann. Wer aller in der Stadt für ihr Anliegen zustän­dig ist, wie eine Finanzierung zustande kommt und welche wichtige Rolle die Bezirksvorsteherin im Zusammenführen und Verhandeln dabei spielt. Luisa und Alex sagen jetzt nicht mehr so leicht hin, da könnte man doch schnell etwas ändern, wenn man nur wollte, sondern sind zu Bot­schafterInnen geworden, die gerne aus ih­rer Erfahrung berichten, was alles bedacht werden muss, um im Bezirk ein Projekt gut auf den Weg zu bringen.

In ihrem Freundeskreis haben sie dann erfahren, dass Silvia Nossek in verschiede­nen Bereichen durch Vernetzung und Initi­ativen Anstöße gegeben hat, gemeinsam zu handeln. Renate, Direktorin an  einer Volksschule im Bezirk, hat ihnen von den regelmäßigen Treffen der SchulleiterInnen des Bezirks bei der Bezirksvorsteherin er­ zählt. Zwei Mal im Jahr gibt es einen regen Austausch über Schulformen und Schulträger hinweg – da wird über Angebote für Schulen informiert: von „Safer­Internet“­ Kursen der Polizei über einen Experten für Systemdenken, der im Bezirk wohnt und den Schulen die Durchführung eines Klima­ Planspiels anbietet, bis zu Radfahrkursen.

Da gibt es Austausch, wie die einzelnen Schulen z.B. mit dem allgegenwärtigen Problem der „Elterntaxis“ umgehen, oder auch Informationen über Maßnahmen im Bezirk, welche die eine oder andere Schule betreffen. Renate findet es auch toll, dass sich Eltern im Bezirk im Rahmen der Lo­kalen Agenda engagieren, um Schulen im Grätzl zusammen zu bringen, oder sich um einen sicheren Schulweg kümmern. Das ist für sie lebendige Teilhabe im Bezirk.

Luisa und Alex haben zwar einen Bal­kon, aber so richtig gärtnerisch austoben, wie das Luisa gerne täte, geht da nicht. Vor allem Gemüse wächst in den kleinen Kisterln nicht so richtig. Für den neuen Gemeinschaftsgarten im Park um die Ecke hat sie sich dann gleich angemeldet. Jetzt sind auch die Kinder dabei, vor allem wenn es ums Ernten geht.

Bei einem Treffen der zwei neuen Ge­meinschaftsgärten mit dem schon länger bestehenden im Währinger Park, zu dem die Bezirksvorsteherin eingeladen hat, gab es viel Erfahrungs-­ und Informationsaustausch – und ganz handfeste Unterstützung. So hat ein handwerklich begabter Gemeinschaftsgärtner gleich seine Mithilfe bei der Reparatur der desolaten Werk­zeughütte im anderen Garten zugesagt.

Luisa und Alex kaufen gerne am Kutsch­kermarkt ein. Bei ihrem Lieblingsstand hat ihnen Mehmet, der Besitzer, erzählt, dass im Rahmen der neuen Marktordnung für jeden Markt von Marktamt, Marktstandler­ Innen und Bezirk gemeinsam ein Leitbild entwickelt wird. Silvia Nossek hat initiiert, dass das für die drei Währinger Märkte in einem gemeinsamen Workshop gemacht wird – was viel Know how, ­Austausch und Anregungen der Märkte untereinander gebracht hat. Eine gute Idee finden Luisa und Alex, denn lebendige Märkte sind, wie sie selbst wissen, auch lebendige Grätzl­zentren.

Lorenz, der Freund von Alex, ist Künst­ler und hat sein Atelier in Währing. Er hat sie auf die Atelierbesuche bei KünstlerIn­nen in ganz Währing im Rahmen des art­ walk18 aufmerksam gemacht. Lorenz hat erzählt, wie Währing durch jahrelange, aktive Netzwerkarbeit im Kunst­ und Kul­turbereich inzwischen zu den führenden Bezirken Wiens gehört. Die Bezirksvorste­herin hat diesen Bereich aktiv gefördert und mehrere Kulturkonferenzen veran­staltet, bei denen sich in Währing lebende und/oder arbeitende Kunst­ und Kultur­schaffende kennen lernen, vernetzen und Projekte entwickeln konnten. Aus diesen Kulturkonferenzen ist als größtes und sichtbarstes Projekt auch das KUNST.FEST. WÄHRING entstanden.

Luisa und Alex ist klar geworden, wie wichtig es sein kann, wenn die Bezirksvor­steherin darauf schaut, dass die Menschen im Bezirk mit gemeinsamen Anliegen zu­sammenkommen. So viele neue und interessante Men­schen, die gar nicht weit weg wohnen, haben sie dadurch in den letzten Jahren kennengelernt. Eine Bereicherung für ihr Leben und das ihrer Kinder, die viele neue FreundInnen gefunden haben.​

Mehr Austausch, mehr Vernetzung, mehr Initiative

Das Miteinander, das Engagement im Bezirk zu fördern, war den Währin­ger Grünen immer wichtig. Mit der Übernahme der Bezirksvorstehung ist das nun um vieles einfacher ge­worden – kann sie doch neben den formalen Kompetenzen vieles durch Vernetzung und Unterstützung er­ möglichen.

Von Anfang an hat Silvia Nossek deshalb entsprechende Initiativen gesetzt: regelmäßige Treffen der SchulleiterInnen im Bezirk, die sonst ganz selten die Gelegenheit haben, sich sowohl träger­ als auch schul­formenübergreifend auszutauschen; Austausch der drei Währinger Märkte untereinander, um voneinan­der zu lernen und auch gemeinsame Initiativen zu setzen; Vernetzung der mittlerweile drei Gemeinschaftsgärten im Bezirk – auch hier die Mög­lichkeit zum Erfahrungsaustauch und gleichzeitig zum Kontakt mit dem Bezirk, damit dieser bei Problemen unterstützen kann.

Und wenn es irgendwo hakt, so stellt Silvia Nossek gerne Raum und Moderation zur Verfügung, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen – egal, ob es um einen Turnsaal für das Gymnasium in der Klostergasse geht oder um die Möglichkeiten ei­nes Bauernmarkts am Johann-­Nepomuk-­Vogl-­Platz.

Es ist kein Zufall, dass das KUNST.FEST.WÄHRING und das größte Bildungsgrätzl Wiens aus genau sol­chen Vernetzungstreffen der letzten Jahre initiiert wurden. Oft braucht es auch nur vergleichsweise wenig fi­ nanzielle Unterstützung wie bei den Kulturinitiativen mancher Pfarre oder den Ausflügen des Tageszentrums für SeniorInnen, um den Bezirk ein gan­ zes Stück lebendiger zu machen.​