Darum verteilen wir Brot & Rosen | Raphaela Veit

Am Dienstag, dem 8. März ist Internationaler Frauentag. Wie jedes Jahr begehen wir ihn in Währing mit mehreren Aktionen. Oft werden uns dabei Fragen gestellt, warum es dafür einen eigenen Tag braucht, und einige empfinden unsere Gesellschaft bereits als gleichberechtigt (Interessanterweise haben dies meist Männer gesagt). Dass dem leider bei weitem nicht so ist, zeigen u.a. die Statistiken.

Würdest du jedes 8. Jahr ohne Entlohnung arbeiten? Was in der Theorie absurd klingt, ist leider Realität. Am 15. Februar war dieses Jahr der Equal Pay Day in Österreich. Das bedeutet, dass Frauen in Österreich statistisch gesehen die ersten 46 Tage des Jahres umsonst arbeiten.

Das ist einer der Gründe, warum wir am internationalen Frauentag Brot und Rosen verteilen. Brot steht symbolisch für die harte Arbeit und die Forderung nach gerechten Löhnen und die Rosen zeigen auf, dass aber auch noch Zeit und Energie für ein Leben neben der Erwerbsarbeit sein muss.

Erstmals wurden die Forderungen nach Brot und Rosen am 8. März 1908 in New York laut, als 15.000 Frauen für ökonomische Sicherheit und ein besseres Leben demonstrierten. Man sieht, ihre Forderungen sind nach wie vor brandaktuell.

Wir verteilen am 8. März von 15 bis 17 Uhr am Kutschkermarkt. An diesem Nachmittag zeichnen auch die Künstlerinnen Jasna Herger, Mela Diamant und Sieglinde Siola Portraits gegen eine freie Spende. Den Erlös dieser Kunstaktion werden wir dem Haus Miriam zukommen lassen. Eine Institution in Währing, welche Frauen in Not unterstützt. Komm vorbei und lasst dich für einen guten Zweck zeichnen!

Am Abend des 8. März kannst du dich beim Eröffnungsfilm der Viennale 2019 „Portrait einer jungen Frau in Flammen“ im Café Schmid Hansl in das Leben einer Portrait-Malerin um 1770 einfühlen. Ein interessanter Blickwinkel auf die Situation von Frauen über Jahrhunderte hinweg. Wichtig: Der Besuch ist nur mit Online-Voranmeldung (und 2G+ Nachweis) unter schmidhansl.wien möglich.

Diskriminierung ist vielschichtig. So ist auch Geschichtsschreibung primär eine männliche. Deswegen bieten wir am Sonntag, dem 13. März von 14-16:30 Uhr einen Frauenspaziergang an. Die Historikerin Petra Unger vermittelt anhand von Frauenbiografien aus Währing, dass Frauen Geschichte nicht erlitten, sondern gestaltet haben – mit oder gegen die zugeschriebenen Rollen der Gesellschaft, widerständig oder angepasst. Treffpunkt: Gymnasiumstraße 47, Begrenzte Teilnehmer*innenzahl, Anmeldung erforderlich bei raphaela.veit@gruene.at

Dass unsere Gesellschaft eine gerechtere wird, dafür stehen und kämpfen wir. Nicht nur am internationalen Frauentag!

Raphaela Veit, Bezirksrätin

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