107 Pötzleinsdorfer Bäume brauchen unsere Hilfe

Die 107 Linden in der Pötzleinsdorfer Straße sind in schlechtem Zustand. Wir müssen jetzt dringend handeln, um die Allee zu erhalten, die aus dem Pötzleinsdorfer Ortsbild nicht wegzudenken ist.

Die Pötzleinsdorfer Allee
Die Pötzleinsdorfer Allee

Es gibt Bäume in der Pötzleinsdorfer Allee, die sind doppelt so alt wie die ältesten BewohnerInnen  Währings. Im Jahr 1813 wurde der älteste noch lebende Baum der historischen Allee gepflanzt, die von der Scheibenbergstraße bis zum Max-Schmidt-Platz vor dem Pötzleinsdorfer Schloßpark reicht. Insgesamt acht Bäume stammen noch aus dem 19. Jahrhundert, der große Teil immerhin aus den 1940er- und 1950er-Jahren.

Etwa ein Viertel der Bäume musste allerdings in den letzten 20 Jahren gefällt und nachgepflanzt werden. Denn die Bäume sterben der Reihe nach ab, selbst die jungen können sich kaum etablieren – und die, die bisher überlebt haben, sind in schlechtem Zustand. Was ist der Grund dafür?

EIn Auto parkt zu dicht an einem Baumstamm
Derzeit parken die Autos im Grünstreifen, direkt über dem Wurzelbereich der Bäume, und schädigen sie so auf vielfältige Weise.

Über die Jahrzehnte hat es sich eingebürgert, dass Autos im Grünstreifen zwischen den Bäumen abgestellt werden – obwohl dort eigentlich nie Parkplätze gewidmet waren. Die Flächen wurden entweder  zuasphaltiert oder durch die abgestellten ca. 2 Tonnen schweren Autos enorm verdichtet. Der Effekt ist derselbe. Es dringt kaum noch Wasser und Luft zu den Wurzeln, die Bäume ersticken und verdursten regelrecht. Was durchkommt, ist mit Streusalz, Öl oder Benzin verschmutzt.

Meist stehen die Autos auch direkt über dem Wurzelbereich der Bäume. Durch ihr Gewicht beschädigen sie die Wurzeln. Außerdem entstehen beim Einparken direkte Verletzungen am Stamm, denn der Platz zwischen den Bäumen ist oft viel zu eng. Zu all dem kommen die aufgrund der Klimakrise immer heißeren und trockeneren Sommer, die den Bäumen zusätzlich zu schaffen machen.

Dabei ist die Allee nicht nur wegen ihrer historischen Bedeutung schützenswert: Bäume in der Stadt säubern die Luft von Schadstoffen, erzeugen Sauerstoff, bieten Lebensraum für Tiere, und sie kühlen die Stadt. Die volle Leistung erreichen Bäume dabei erst mit einer ausgewachsenen, gut belaubten Krone. Ein Baum kühlt die Umgebung durch seinen Schatten. Weitere 20 % Kühlleistung entstehen durch die Verdunstung von Wasser über die Blätter. Wir empfinden dadurch an heißen Sommertagen einen Baumschatten als kühler und angenehmer als den Schatten unbelebter Objekte.

EIne Grafik die zeigt, dass die Wurzeln eines Baumes je 1,5 Meter weiter gehen als die Krone
Damit Bäume gut wachsen und leben können, brauchen sie genug Fläche links und rechts für die Wurzeln.

Die Pötzleinsdorfer Straße ist auch eine Frischluftschneise, die Luft aus dem Wienerwald in die Stadt transportiert. Die Bäume der Allee sorgen dafür, dass diese Luft bis weit ins dicht verbaute Gebiet kühl bleibt. Ohne die Bäume würde sie sich rasch erwärmen, der kühlende Effekt wäre dahin.

Viele Gründe also, die historische Allee mit ihren 107 Linden zu retten! Bezirksvorsteherin Silvia Nossek hat Ende November 2021 ein Projekt vorgestellt, das die Alleebäume für die Zukunft sichert: Sie bekommen wieder ausreichend lockeren Wurzelraum, der gut durchlüftet ist und in den genügend Wasser versickert. Wir gestehen den Bäumen damit endlich wieder den Platz zu, den sie fürs Überleben brauchen. Im Gegenzug werden uns die Bäume noch viele Generationen lang mit sauberer Luft und Abkühlung in den heißer werdenden Sommern versorgen!​​

Um den Bäumen wieder ausreichend Luft und Wasser zu geben, erhalten sie auf beiden Seiten der Allee deutlich mehr Platz. Zahlreiche Baumstandorte werden wieder mit einem echten Grünstreifen verbunden. Das erfordert viel Arbeit – bei der Planung und vor allem bei der Umsetzung: Jeder einzelne Baumstandort muss in Kombination mit den bestehenden Einfahrten und anderen Gegebenheiten geplant werden. Wo dies ohne Gefährdung der Bäume möglich ist, werden legale Stellplätze geschaffen. Über all sonst bekommen die Bäume endlich wieder Luft! Für den Umbau können keine schweren Geräte verwendet werden, da dies die Wurzeln schädigen würde – detailgenaue Handarbeit ist hier gefragt.

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